Heilpraxis Margrit Schreier

Macht Hochsensibilität krank?

Hochsensibilität ist keine Krankheit: Nein, Hochsensibilität macht nicht krank und ist auch keine Krankheit. Trotzdem können hochsensible Menschen unter bestimmten Bedingungen für Krankheiten besonders anfällig sein, und dann kann eine unterstützende Behandlung sinnvoll sein.

Hochsensibilität und Stress: So können sich hochsensible Menschen stärker unter Stress fühlen als nicht hochsensible Menschen – und zwar dann, wenn ihre Umwelt mehr Anforderungen an sie stellt, als es ihrer Hochsensibilität entspricht, so dass es zu einer häufigen Überaktivierung kommt. Das kann im beruflichen Umfeld der Fall sein, wenn ein hochsensibler Mensch beispielsweise im Großraumbüro arbeitet, oder auch im privaten Umfeld, wenn ein Partner oder eine Partnerin etwa deutlich mehr unternehmen möchte, so dass ein hochsensibler Mensch nicht mehr genügend Rückzugs- und Erholungsmöglichkeiten hat. Egal, wie sie im Einzelnen zustande kommt: Überaktivierung verursacht Stress.

Stress und Krankheit: Dauerstress allerdings macht krank. Unter Stress steigt beispielsweise im Körper der Spiegel des Hormons Cortisol an, und Cortisol wiederum wirkt sich ganz unmittelbar auf unser Immunsystem aus. Unter Dauerstress ist es nicht mehr so leistungsfähig wie sonst, und wir werden schneller krank. Wenn also ein hochsensibler Mensch ständig überaktiviert und dadurch unter Stress ist, dann ist er auch anfälliger für Krankheiten.

Erkrankungen bei Hochsensibilität: Studien haben gezeigt, dass hochsensible Menschen für bestimmte Krankheiten besonders anfällig sind. So haben hochsensible Menschen es beispielsweise mehr mit Allergien und Unverträglichkeiten zu tun und folglich auch mit entsprechenden Erkrankungen: Allergische Hautreaktionen, Asthma, Heuschnupfen, Magen- und Darmprobleme sind die wichtigsten allergischen Erkrankungen; auch Umwelterkrankungen wie Multiple Chemikaliensensitivität treten bei hochsensiblen Menschen vermehrt auf. Sie berichten häufiger über Schmerzen, und es kann sein, dass sie Stimulanzien wie Alkohol oder Zigaretten schlecht vertragen. Dies wiederum legt nahe, dass hochsensible Menschen Probleme beim Entgiften haben. Zwar liegen dazu noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vor, aber es ist möglich, dass Stoffwechselstörungen, die ebenfalls durch Probleme beim Entgiften gekennzeichnet sind, bei hochsensiblen Menschen häufiger auftreten (insbesondere die HPU). Die Stressanfälligkeit hochsensibler Menschen lässt vermuten, dass sie auch für die Nebennierenschwäche anfälliger sind, die vor allem als Folge länger andauernder Stresszustände auftritt. Schließlich berichten hochsensible Menschen oft über Schlafstörungen, über Depressionen und über Ängste, vor allem in sozialen Situationen. Wie schon gesagt: Hochsensibilität als solche macht nicht krank! Zu Erkrankungen kommt es meist erst dann, wenn ein Missverhältnis zwischen Anforderungen an einen hochsensiblen Menschen und seine Bewältigungsmöglichkeiten auftritt. Und genau hier setzen auch die Behandlungsmöglichkeiten an.